Nepal Teppiche | Innenarchitektur Linz – Ries-ProDesign

Nepal Teppiche

Nepal Teppiche zum Wohnen

… als Lebensgrundlage und manchmal zum Kontakte knüpfen

Nepal Teppiche - Ries ProDesign – DI Jana Ries - Innenarchitektur Linz

Wie alles begann? 1959 flohen zehntausende Tibeter vor den chinesischen Besatzungstruppen. Um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, begannen die Vertriebenen in ihren Aufnahmeländern – Bhutan, Indien und vor allem Nepal – mit dem erwerbsmäßigen Teppichknüpfen. Der Begriff „Nepal Teppiche“ als Industriezweig entstand.

Tibet ist ein Hochland in Zentralasien, auch Dach der Welt genannt, und gilt als Zentrum des buddhistischen Glaubens. Dieser tiefe Glaube der Tibeter ist auch mit den ursprünglichen Nepal Teppichen verwoben. Jeder einzelne Nepal Teppich trägt Spiritualität und Kultur in sich und spiegelt neben Handwerkskunst unter anderem den Respekt vor der Heiligkeit wider.

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Nepal Teppiche als Industrie

Industrien nähren sich von Wachstum. Wenn ein Industriezweig schnell wächst, wie das in den 80er und 90er Jahren bei Nepal Teppichen der Fall war, drohen die typischen Gefahren der Massenproduktion: Verlust von Ursprünglichkeit, Identität und Qualität. Nepal Teppiche büßten durch ihre industrielle Entwicklung unter anderem die Originalität ein. So wichen die typischen kräftigen Farben und die außergewöhnlichen Muster der traditionellen Nepal Teppiche einem Design, das sich an westlichen Geschmack orientiert. Die „modernen“ Nepal Teppiche haben mit den Originalen aus Tibet oft bestenfalls die Knüpftechnik gemeinsam. Aktuell ist die Nepal Teppich-Industrie Teil eines Marktes, der fast zu 100 Prozent über die Preise funktioniert. Auf der Strecke bleiben häufig die Qualität und insbesondere auch faire Arbeitsbedingungen. Dass es auch anders geht, beweisen …

Nepal Teppiche von „Teppiche zum Leben“

Ich habe Michael Pöllinger, den Gründer von „Teppiche zum Leben“ und damit auch das gleichnamige Unternehmen über soziale Netzwerke kennen und schätzen gelernt. Seither unterstützen wir uns gegenseitig bei unternehmerischen Dingen. Im April 2015 mündete die Zusammenarbeit in eine gemeinsame Ausstellung auf der Zillertal-Messe. In einem meiner Blogartikel schrieb ich heuer schon über diese größte Regionalmesse des Bezirks Schwaz in Tirol. Von Lifestyle-Produkten bis zu Energiemanagement bot die Ausstellung 2015 alles, was ein moderner Jahrmarkt halt so braucht. Insgesamt eine tolle Sache – und die Nepal Teppiche von Michael passten wunderbar ins Gesamtbild. Stehen diese Teppiche doch für Lebensart und für ein Stück Lebensqualität für die Menschen, die sie herstellen.

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Das Material aus der Natur

„An meine Nepal Teppiche lasse ich nur Tradition, fachkundige Hände und Natur“ könnte Michael Pöllinger völlig zu Recht sagen. Die letztgenannte Natur spielt eine wichtige Rolle. Schließlich verwendet er für seine Naturserie nur Materialien wie Hochlandschafwolle, feinste Seide, Nessel, Hanf, Kaktus und Bambus. Aber alles der Reihe nach:

Die Wolle

für Nepal Teppiche aus dem Hause „Teppiche zum Leben“ ist eine der widerstandsfähigsten weltweit. Sie stammt von Familienbetrieben, deren Schafe in über 4.000 Meter Höhe leben und dank hohem Eigenfettanteil Temperaturunterschiede von minus 40 bis plus 40 °C aushalten. Im Sommer kommen die Herden zur Schur ins Tal. Ohne chemische Behandlung bleibt die Wolle schmutzabweisend und strapazierfähig. Darüber hinaus fördert sie ein gesundes Raumklima. Für den sogenannten Abrush-Effekt sorgt der hohe Eigenfettanteil, der eine gleichmäßige Aufnahme der Farbe verhindert. Eine wollige Ausnahme macht Michael bei seinen braunen und schwarzen Nepal Teppichen. Dabei kommt nämlich Yak-Wolle zum Einsatz. Der Yak ist eine in Zentralasien weit verbreitete Rinderart – übrigens die einzige, die über ein fülliges Haarkleid inkl. Wollschicht verfügt.

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Die Seide

für meine favorisierten Nepal Teppiche ist reine chinesische Seide. Wussten Sie, dass diese Naturseide aus den Kokons des Maulbeerspinners, ein ursprünglich aus China stammendes Insekt, gewonnen wird. Beeindruckend finde ich, dass aus einem Kokon bis zu 25.000 Meter Seidenfaden abgewickelt werden können.

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Hanf.

Die Kulturpflanze ist eine Hohlfaser und als solche hygroskopisch, was so viel heißt wie feuchtigkeitsregulierend. In China wurde Hanf oder wie die Chinesen sagen „Ma“ schon vor locker 10.000 Jahren als Nahrungs- und Heilmittel genutzt. Für Nepal Teppiche ist Hanf so wertvoll, weil die Fasern langlebig, gesundheitlich unbedenklich und schädlingsresistent sind. Dazu sind sie relativ unempfindlich gegenüber Salzwasser und nehmen weniger Wasser auf als z. B. Baumwolle. Das wiederum öffnet Nepal Teppichen besondere Einsatz-möglichkeiten. Denken Sie nur an Yachten oder Wellnessbereiche. Was steckt noch in den Nepal Teppichen?

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Zum Beispiel Kaktus:

Kaktusfasern kennt man schon länger als Material für Seil- und Mattengarne. Allerdings schätzt man die Geschmeidigkeit und die Widerstandskraft von Kaktusfasern inzwischen auch bei der Teppichherstellung. Und was für Teppiche in allgemeinen gilt, gilt für Nepal Teppiche erst Recht. Ein weitere Teppich-Zutat ist:

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Nessel.

Wir kennen Brennnesseln und den Volksmund-Sager vom „In die Nesseln setzen“. Weniger bekannt ist Nessel, insbesondere die große Brennnessel, vielleicht in Verbindung mit Nepal Teppichen oder Teppichen überhaupt. Dabei ist die Verwendung dieser Hohlfaser, die bis zu 3 Meter hoch werden kann, für Garne schon Jahrtausende alt. Die Nessel-Fasern wurden etwa für die Befestigung von Pfeilspitzen oder Federn an Pfeilschäften verwendet. Man kennt die Faser aber auch aus der Stoff-, Fischernetz- oder Strickherstellung. Für Teppiche sind die Brennnesselfasern u. a. deshalb so interessant, weil sie sehr reißfest sind, viel Feuchtigkeit aufnehmen können und obendrein glänzen. Sie verleihen Nepal Teppichen eine edle und belebte Optik. Last but not least möchte ich auf folgendes Material kurz eingehen:

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Bambus.

Ich habe vorhin schon über die Tücken der Industrialisierung von Nepal Teppichen gesprochen. Dazu passt das Thema Nachhaltigkeit super und nicht zuletzt in dieser Hinsicht ist Bambus bemerkenswert. Bambus gehört nämlich sozusagen ins Guinness-Buch der Rekorde, ist Bambus doch die am schnellsten wachsende Pflanze der Welt. Sie wächst bis zu einem Meter pro Tag. Wow! Die Bambusfaser selbst wird den Stämmen entnommen und verfügt über Seidenähnliche Eigenschaften. Bonus: Bambus ist wesentlich günstiger als Seide und hat noch ein paar Vorzüge, die von Robustheit über Elastizität bis zu antibakterieller Wirkung reichen. Die runden Fasern machen Bambus-(Nepal) Teppiche weich, angenehm begehbar und seidenmatt glänzend. Ich bin insgesamt ziemlich begeistert von Bambusteppichen. Sie sind farbbeständig, binden Feinstaub und Allergene, tun dem Raumklima gut und verbessern die Luft. Die Nachhaltigkeit habe ich schon angesprochen. Wenn das nicht zu modernen Wohnkonzepten passt, dann weiß ich nicht… Was meinen Sie? Zurück zu Nepal Teppichen, genauer gesagt zum Thema:

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Traditionelle Herstellung von Nepal Teppichen

Die Herstellung von Nepal Teppichen folgt einer bestimmten Tradition, an deren Anfang die Ernte steht. Nach dem Waschen und Reinigen der verschiedenen Materialien folgt das Ausklopfen mit Holzstöcken. Das macht die Fasern weich und geschmeidig. So, nun wird die Wolle, wohlgemerkt händisch, in eine Richtung gekämmt. Warum Handarbeit? Nur sie besteht die „Zerreißprobe“. Durch Maschineneinsatz zerrissene Fasern führen zu Problemen beim späteren Knüpfen. Auch das Spinnen der Fäden für die Nepal Teppiche passiert händisch, denn erst die gewollte Unregelmäßigkeit verleiht Fäden und Teppichen den typischen Charakter. „Aalglatt“ ist eben auch bei Nepal Teppichen nicht erstrebenswert. Jetzt wird gefärbt, wofür farbechte Chromfarben zum Einsatz kommen. Sonnengetrocknet wird das Garn dann auf Hausdächern.

Von nun an liegen die künftigen Nepal Teppiche für „Teppiche zum Leben“ in den Händen der sogenannten Knüpferfamilien. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Bespannen des Knüpfstuhls mit einem 9-fädrigen Wollfaden. Diese Technik bestimmt die spätere Maßgenauigkeit meiner Lieblings-Nepal Teppiche. Das Knüpfen selbst folgt einer alten Tradition. Der verwendete tibetische Schlingknoten ist immerhin circa 1.000 Jahre alt.

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Die fertig geknüpften Nepal Teppiche werden mehrmals gewaschen und dann in einen Rahmen gespannt. Vor der Reise nach Österreich gibt’s noch eine Qualitätskontrolle und dann ab die Post.

Wer sich für Nepal Teppiche von „Teppiche zum Leben“ entscheidet, wird mit 100 Prozent Handarbeit belohnt. Farbabweichungen von bis zu 5 Prozent sind dabei durchaus als Qualitätsmerkmal zu sehen, da diese bei Handarbeit eben vorkommen können. Kinderarbeit gibt in den Manufakturen für diese Nepal Teppiche nicht, schließlich ist gerade der reiche Erfahrungsschatz älterer Knüpferinnen und Knüpfer ein Markenzeichen der Teppiche. Und die besondere Teppichkunst-Qualifikation ist auch in Nepal eine seltene und entsprechend teure. Daher unterliegen Manufakturen für Nepal Teppiche einer strengen staatlichen Kontrolle. In einem traditionell hergestellten Nepal Teppich stecken Originalität, Spiritualität und Handwerkskunst. Jeder Kauf bringt ein kleines Stück mehr Lebensqualität für die Menschen, die ihn handgefertigt haben.

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Wartezeiten für Nepal Teppiche

Normal liegen zwischen Bestellung und Lieferung ungefähr vier Monate. Produktion und damit auch die Lieferung hängen allerdings auch von Faktoren ab, die nicht im Einflussbereich von „Teppiche zum Leben“ liegen. Politische, klimatische oder auch wirtschaftliche Entwicklungen können zu Verzögerungen führen. Schließlich liegt Nepal mehr als 6.000 Kilometer von Österreich entfernt. Aber wenn sich Warten jemals gelohnt hat, dann ganz sicher, wenn es ums Warten auf Nepal Teppiche geht. Was sich auch ganz sicher lohnt, ist ein Blick auf folgendes Label:

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Fairtrade-Label STEP

STEP engagiert sich seit 1995 für faire Produktions- und Handelsbedingungen von handgefertigten Teppichen. Nepal gehört genauso wie etwas Afghanistan, Indien oder die Türkei zu den wichtigen Teppichherkunftsländern und fällt damit in den Wirkungsbereich von STEP. Um das Fairtrade-Label (für Nepal Teppiche) zu erlangen, müssen sich Teppichhändler zu sozialem Engagement verpflichten. Dieses Engagement beinhaltet u.a.: gute Arbeitsbedingungen, gerechte Entlohnung, Bekenntnis gegen missbräuchliche Kinderarbeit, umweltfreundliche Produktion oder Teilnahme an Entwicklungsprojekten zur Verbesserung der Lebensbedingungen. Die STEP-Auszeichnung verlangt vom Händler eine umfassende Verpflichtung, die das gesamte Sortiment, die Offenlegung aller Einkäufe und Lieferketten, das Zulassen von Kontrollen und gegebenenfalls die Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen betrifft. Dass „Teppiche zum Leben“ auf STEP bei Nepal Teppichen achtet, versteht sich.

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Ich habe meine Leidenschaft für Nepal Teppiche entdeckt. Die Bekanntschaft und Zusammenarbeit mit Michael Pöllinger von „Teppiche zum Leben“ haben maßgeblich dazu beigetragen. Dafür und für vieles mehr möchte ich mich bei Michael bedanken. Er ist für mich nicht nur ein Musterbeispiel eines verantwortungsvollen Unternehmers mit Mission, er und sein Berufsweg sind auch eine ganz tolle Motivation für mich. Schließlich waren Nepal Teppiche nicht immer schon sein Berufslebensmittelpunkt. Micheal absolvierte die Skihauptschule in Schladming (und immer wieder verbindet das Skifahren 🙂 und die Skihotelfachschule Bad Hofgastein. 2001 eröffnete er sein erstes Lokal, 2003 kam noch eines dazu. Nach dem Verkauf der zwei Betriebe 2008, entdeckte er bei einem Messebesuch die Begeisterung für Handwerk, Teppichknüpfkunst und Nepal Teppiche. Nach einigen Schnupperjahren in der Branche, gründete er 2014 das Unternehmen „Teppiche zum Leben“. „Absolut bestärkend waren die Besuche der Produktionen in Nepal“, erzählt Michael immer wieder. Vielleicht begleite ich ihn eines Tages in die Welt der Nepal Teppiche. An Begeisterung fehlt es mir sowieso nicht. Vorerst genieße ich seine Berichte und Einblicke. Tausend Dank dafür und für die tolle Zusammenarbeit.

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Damit lasse ich Sie jetzt mit Ihren Gedanken zu Nepal Teppichen allein. Teppiche laden ja immer auch ein bisserl zum Träumen und eintauchen in andere Kulturen ein. Woran denken Sie, wenn Sie an Nepal und Teppiche denken? Ich selbst denke an …

Bis zum nächsten Mal

Ihre Jana

Fragen und Anregungen zum Thema Nepal Teppiche sind immer gern willkommen.

Und – ich knüpfe für Sie auch gern den Kontakt zu Michael Pöllinger von „Teppiche zum Leben“.

Vielen Dank an Michael Pöllinger für das zur Verfügung gestellte Fotomaterial der Teppiche von Mischioff AG.

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Schlagwörter
Jana Ries
Beitrag von Jana Ries

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